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Der Butter

„Der ganze Bua ein Depp“ und „Nur ned hudln sonst gibts greislige Kinder“ sind nur zwei der mittlerweile mehr als 30 Spruch-Motive, die er in seinem Portfolio aufweisen kann. Die Rede ist von Michael Wiethaus, der besser unter dem Namen „Mixen“ und als Hüter des SHRN Skateboard-Stores am Gärtnerplatz bekannt ist.
Aufgewachsen ist der Wahl-Münchner in einem Dorf in der Nähe von Markt Schwaben. „Da mich Leute auf bestimmte Wörter und Ausdrücke, die sie nicht kannten, angesprochen haben, habe ich angefangen diese zu sammeln“, erzählt uns der 33-jährige bei einem Besuch an seinem neuen Arbeitsplatz im Container Collective. Regelmäßig veröffentlicht er die Lebensweisheiten seither unter dem Arbeitstitel „Der Butter“ auf einem Tumblr-Blog. Ein Ziel dessen sei es die Leute an die bayrische Sprache zu erinnern, „weil das gute daran ist ja, dass man sehr viel mit sehr wenigen Wörtern sagen kann“.

Die Idee der Plakate, für die er mittlerweile sehr bekannt ist, ist lustigerweise nur aus einer Not heraus entstanden. Auf einer Ausstellung galt es ein paar freie Flächen zu füllen – Kurzerhand wurde das Notizheft mit den Sprüchen gezückt, auf Plakate übertragen und Teil der Vernissage.
Seither kann er sich vor Bestellungen und Kooperationsanfragen kaum retten. Neben Socken und einem Bierkrug sind wie eh und je vor allem die großen A0-Plakate das Objekt der Begierde. Doch anstatt in Serie zu gehen und Drucke zu verkaufen, hat Mixen seine Prinzipien: Jedes Plakat ist ein Unikat und wird handgefertigt. Außerdem kann nur persönlich per Mail an servus@wiethausmichael.de bestellt werden. So kann auch auf Spruch-Präferenzen eingegangen werden, zum Beispiel „wenn des die Oma oder Mutter immer gesagt hat“.
Bei Fertigstellung sollte das Plakat dann abgeholt und im Gegenzug von diesem ein hübsches Foto in den eigenen vier Wänden gemacht werden. Als Aufwandsentschädigung verlangt der studierte Grafikdesigner für seine Kunstwerke 80 €.

www.wiethausmichael.de

 

Fotos: Moritz Butschek / Two In A Row