Fiese Mienen – ein unabhängiges Filmprojekt aus München



Für Außenstehende stellt sich die Realisierung eines Spielfilms als ein schwer zu fassendes Projekt dar, denn es scheint von der Organisation über die Finanzierung und endgültigen Durchführung so viele potentielle Hürden zu geben, die zum Ende einer guten Geschichte führen könnten. Dass es mit viel Erfindungsreichtum, Spontanität und vor allem einem Team an engagierten Menschen auch ohne ein großes Budget möglich ist eine Kinoproduktion zu drehen, zeigen gerade die jungen Filmemacher der „Fiesen Mienen“ aus München.

Entstanden ist die Idee zum Film durch eine Abschlusskollektion der Modedesignerin Lisa Polk. Zu den von ihr entworfenen Kleidern hatte sie sich fiktive Charaktere ausgedacht, die ihre Entwürfe verkörperten. Gemeinsam mit Regisseur und Kameramann Clemens Krüger, der die sogenannten Fiesen Mienen zum ersten Mal filmisch adaptierte, entstand die Idee, es nicht bei dieser einen Abschlusskollektion zu belassen, sondern ein ganzes Abenteuer daraus zu spinnen. Dabei geht es um das neugierige Mädchen Virginia, das unbeabsichtigt die Parallelwelt der Fiesen Mienen aufmischt und mit ihnen auf eine abenteuerliche Reise nach einem verschwundenen Bandenmitglied geht.

Das von Polk und Krüger erdachte Grundkonzept wurde schnell zu einem Gemeinschaftsprojekt mit mehr als zwanzig Mitwirkenden, die im Bekanntenkreis, über das Internet oder durch Aufrufe an Kulturinteressierte gefunden wurden. Konsens bestand darüber, dass es ein unabhängiges Langzeitprojekt ohne bzw. mit kleinem Budget werden sollte, an dem die Beteiligten hauptsächlich aus eigener Motivation arbeiten und jeder willkommen ist, sein Können beizusteuern ohne sich an den Präferenzen eines Geldgebers orientieren zu müssen. Ein alternatives Drehbuch soll Platz für spontane Einfälle und Improvisationen zulassen.

Für die Macher der Fiesen Mienen lebt der Film hauptsächlich von Teamwork und von einer Atmosphäre in der sich jeder als Teil eines Gesamtprodukts versteht. So entstehen in Zusammenarbeit einige charmante Lösungen um teure Produktionsverhältnisse zu vermeiden. Dafür wird beispielsweise mit Miniaturwelten aus Pappe, Knete und Watte gearbeitet, um Szenerien zu schaffen, die sonst nicht möglich wären. Diese Kleinkunstwerke machen einen markanten Bestandteil der typischen Ästhetik des Films aus, der Elemente aus Märchen, Sciencefiction, Action und Arthouse vereint.

Trotzdem entstehen natürlich unweigerlich Kosten, die gedeckt werden müssen, seien es nur die Fahrtkosten oder die Versorgung der Crew an den Drehtagen. Viel Aufwand steckt unter anderem in der Locationsuche, denn die Drehorte sollen die Vielfalt der Parallelwelt der Fiesen Mienen darstellen, was sich von Gebirgskette bis zur Wüstenlandschaft erstrecken kann. Landschaften also, nach denen man in München und Umgebung eine Weile suchen muss. Deswegen hat sich das Team dazu entschlossen eine Crowdfundingkampagne auf Indiegogo zu starten, um das Projekt weiterhin unter den gleichen Bedingungen am Laufen zu halten.
Bisher sind bereits 5 von den geplanten 35-40 Drehtagen, die auf etwa 2 Jahre verteilt werden sollen, im Kasten und können in einem vorläufigen Trailer angesehen werden. Ein paar Tage kann man die Fiesen Mienen noch an dieser Stelle unterstützen.

 

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