Installation „WE AM“ im Bean Store

19.04.2016 · Kultur
Moritz Butschek


In der täglichen Berichterstattung verschwimmen die Einzelschicksale geflüchteter Menschen meist zu einer anonymen Masse. Die Folge sind verkürzende Mechanismen, die einen bestimmten Flüchtlings-Prototypen stilisieren, der gleichzeitig von der hiesigen Mehrheitsgesellschaft unterschieden wird. Konträr dazu steht das Projekt „WE AM“ des Bean Stores in der Theresienstraße, welches Portraits von bekannten Münchnern und Flüchtlingen miteinander verbindet. „WE AM“ wurde von Laura Bohneberger, der Inhaberin des Bean Stores, und dem Fotografen Wolf Gaertner ins Leben gerufen. An die 130 Bilder sind dabei zusammengekommen, die an den Innenseiten der Schaufenster des Ladens befestigt wurden. Die Zusammensetzung besteht aus bekannten Münchnern sowie interessanten Gesichtern aus New York und Brasilien. Gemischt wurden diese mit Portraits von Geflüchteten, wobei ausdrücklich kein Unterschied zwischen diesen gemacht werden sollte. Es geht also vornehmlich darum, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der die Grenzen verschwinden und gleichzeitig die Individualität der Personen geachtet werden ohne zu thematisieren, wer nun woher kommt. Die Vernissage fand bereits letzte Woche statt, allerdings ist die Installation noch bis Ende April zu sehen.

15.04.-30.04.2016
Bean Store, Theresienstraße 25
Eintritt frei

Foto: Wolf Gaertner


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