Interview: Plattenkonferenz



Vor 8 Jahren hat der DJ und Produzent Chris Zeitlmeier seine Veranstaltungsreihe „Plattenkonferenz“ ins Leben gerufen. Seit 2011 betreibt er diese zusammen mit DJ CreDes. Aktuell mit Residencys im Harry Klein und Mixed Munich Arts. Wir haben uns mit den beiden über die Entwicklung der Plattenkonferenz und das Münchner Nachtleben unterhalten.

 
Ihr mischt jetzt schon lange im Nachtleben mit. Welche Entwicklungen habt ihr – besonders im Bezug auf München – beobachten können?

Lange ist ein dehnbarer Begriff, aber stimmt schon, wir sind ein paar Jährchen dabei und nach wie vor Feuer & Flamme. Das Wort ‚NACHTleben‘ trifft es dabei eigentlich sehr gut. München hat in den letzten Jahren nochmal ordentlich Schwung in Sachen elektronischer Musik aufgenommen, was grundsätzlich ne gute Sache ist. Hand-in-Hand geht damit leider die fortschreitende Kommerzialisierung unserer Szene. Wir versuchen uns an diesem Ausverkauf so wenig wie möglich zu beteiligen, buchen zum Beispiel nur Acts hinter denen wir zu 100% stehen und die zu uns passen. Zudem nervt uns das Gerede hier in München, vor allem hinten rum. Man könnte schon das Gefühl bekommen, dass manche keine eigene Inspiration haben und das damit wettmachen wollen. Aber was solls – wir machen da nicht mit, wissen wer wir sind und wo wir hin wollen.

Wie seht ihr euch selbst in der Szene verortet?

In erster Linie sind wir DJs, denen die hauseigene Szene in München am wichtigsten ist und die versuchen mit der Plattenkonferenz ihren Teil dazu beizutragen. Wir lieben es in München zu spielen, zu veranstalten, zu feiern. Wenn wir ausgehen ist der befreundete Resident, der an dem Abend spielt, genauso wichtig wie der Headliner – Ein Ostgut Ton Booking für eine Plattenkonferenz genauso wichtig wie eine Lokalrunde. Zudem sind wir lange genug dabei, um nicht mehr alles mitmachen zu müssen, arbeiten selektiver und sind froh, dass wir uns 2015 neu erfinden durften.

Wie hat sich die Plattenkonferenz seit der Gründung weiterentwickelt?

Chris: Als ich die Plattenkonferenz vor gut acht Jahren gegründet habe, war vieles noch anders und neu. Wir haben Partys in und rund um München gemacht. War eine tolle Zeit. 2011/2012 kam dann Hanz nach München…

Hanz: …und alles war im Arsch! (Beide lachen) Naja, unsere erste gemeinsame größere Sache war schon ganz cool – von dem Open Air in der Großmarkthalle haben wir ordentlich Schwung mitgenommen.

Chris: Stimmt, das war super – der Rest ist Geschichte. Seit 2013 sind wir mit der Plattenkonferenz im Harry Klein und sind froh auch seit 2015 im MMA Partys machen zu können. Beides tolle Clubs und wir sind immer wieder gerne da. Zudem haben wir seitdem zusammen 3 EPs veröffentlicht.

Wir haben besonders im letzten Jahr an dem Gesamtpaket Plattenkonferenz gearbeitet; Einen roten Faden durch unsere Arbeit gelegt. Das fängt bei den Bookings an, geht über die Weiterentwicklung unseres eigenen Sounds und mündet im Außenauftritt. Wir sind mehr als happy mit Robin einen Künstler an Bord zu haben, der in Sachen Design mit seinen tollen Flyern, Grafiken usw. so wesentlich zur PK beiträgt und unsere Linie konsequent vorantreibt.

In Sachen Freundschaft sind uns ein offener, ehrlicher Umgang sowie Loyalität ziemlich wichtig. Wir wissen, dass wir uns voll und ganz aufeinander verlassen können, was heutzutage leider eher die Ausnahme ist. Und eine gewisse Sympathie füreinander ist mit Sicherheit nicht abzustreiten – Wir würden wahrscheinlich, unter Umständen, vielleicht, ganz eventuell sogar das letzte kalte Bier auf diesem Planeten miteinander teilen.

Und was dürfen wir in Zukunft erwarten?

House & Techno – ehrlich, gerade mit viel Liebe zum Detail und Freude am Tanzen!

Hier noch der neuste Mix der Plattenkonferenz, um sich auch klanglich ein Bild zu machen:

Fotos: Jens Moiré (Titelbild), Plattenkonferenz