KonterKunst: Hand from Above

21.07.2013 · Archiv, Kultur
Ramona Drosner


Der Gläserne Mensch, oder doch der böse große Bruder? NSA, Prism, Abhörskandale – alle drei sind wohl große Favoriten für das Unwort des Jahres 2013. Wir alle können es nicht mehr hören, doch für die moderne Kunst ist es ein perfekter Aufhänger. Chris O´Shea hat am Münchner Hauptbahnhof eine riesige Überwachungsstation aufgebaut.

Der Bildschirm ist so groß, dass man jedes einzelne Pixel.Quadrat erkennen kann. Doch sobald man unter dem Ungetüm vorbei geht, erscheint eine winzig kleine Kopie seiner selbst auf der Bildfläche. Und es wird noch schlimmer. Eine überdimensional große Hand erscheint auf dem Bildschirm und tippt die Pixel-Kopie dort oben an. Aber nicht so ästhetisch wie Michelangelos Finger Gottes die Hand Adams, nein, ein fetter, dicker Zeigefinger kitzelt unsere Bildschirm-Abbildung. Frechheit!

Und doch zum Lachen komisch. Wenn man sich auf die große Treppe gegenüber setzt, sieht man wie die Leute mit dieser Riesen-Hand spielen. Mal nimmt die Hand eine Lupe und vergrößert einzelne Passanten, mal pflückt sie rigoros den Oberkörper von den Pixel-Beinen ab. Der britische Künstler Chris O´Shea visualisiert den Big Brother. Bloß ist er nicht nur „watching“, nein, er übernimmt die Macht über den freien Willen der Bahnhofsbesucher. Was für ein gruseliges Spiel.

Dieses Video zeigt „Hand from Above“ in Liverpool:

Hand from Above
Chris O´Shea

Hauptbahnhof München

(Fotos: Ramona Drosner for twoinarow.com)


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