KonterKunst: Mein Zimmer

20.01.2013 · Archiv, Kultur
Ramona Drosner


Türe zu, Schlüssel umgedreht. Das größte Eigentum ist geschützt: Die Privatsphäre. Das eigene Zimmer verrät mindestens so viel über eine Person wie ihr Musikgeschmack. Individualität schafft Atmosphäre. Im Kunstpavillon des alten botanischen Gartens wird das eigene Zimmer zu Kunst.

Seit bald vier Jahren spielt die Künstlerin Marie Madlen Weber mit ihrem Zimmer. Sie zerteilt, verwandelt und verfremdet es mit samt all ihrer persönlichen Gegenstände. Ihre Kleider werden zu Staub, ihre Möbel zu Kleinholz.

Knallbunte Farbhaufen liegen auf dem Boden, nur noch schemenhaft sind Mützen, Taschen und Pullover darin zu erkennen. Ihr ehemaliges Bett hat Risse und ist mit einer dicken weißen Pappmaché-Masse überzogen – stabil ist es bestimmt nicht mehr. Und sogar ihre Heizung hat sie verwandelt: In einen braunen Karton. Vielleicht waren ihre persönlichen Gegenstände mal kostbar, jetzt sind sie fragile Hüllen ohne jeglichen Wert. Die Privatsphäre wurde von kalter Anonymität verdrängt.


Jeden Sonntag empfehlen wir euch an dieser Stelle als wirksame Medizin gegen den Kater von letzter Nacht: KonterKunst. Gegen die Nachwirkungen einer Nacht mit voll aufgedrehter Musik, aufgedrehten und vor allem vollen Gestalten hilft ein Tag im Bett mit Aspirin. Oder aber, noch besser: Kunst.

Wkin=Wpot
„Mein Zimmer“
„What Remains Gallery“

Kunstpavillon
im alten botanischen Garten
Sophienstr. 7

Noch bis 27.01.
Di-Sa 13-19h /
So 11-17h
Eintritt frei

(Bilder © Ramona Drosner for twoinarow.com)


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