KonterKunst: Ends of the Earth

13.01.2013 · Archiv, Kultur
Ramona Drosner


Es riecht nach Erde. Nach Gras. Und nach Götterspeise. „Ends of the Earth“ bringt Dinge ins Museum, die man dort noch nicht gesehen hat. Ein Hausschwein zum Beispiel. Oder ein Gewächshaus.

Viele der Fotografien, Filme und Skulpturen aus den 60er und 70er Jahren haben einen politischen Bezug. Atomkraft wird genauso kritisiert, wie der Grenzkonflikt zwischen Israel und Palästina. In einem etwas abgedrehten Film kann man Jean Tinguely und Niki de Saint-Phalle zusehen, wie sie in der Wüste hinter Las Vegas, direkt neben einem nuklearen Testgelände, eine Skulptur bauen und mit reichlich Dynamit in die Luft jagen.

Die Erde steht aber nicht nur thematisch im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Erde wird auch häufig als darstellendes Material verwendet. Über den Besucherköpfen hängt zum Beispiel ein großer Kubus an der Wand, aus dreckiger, brauner Erde. Die Künstler versuchen mit ihren Kunstobjekten die Landschaft ins Museum zu holen. Und wenn das nicht realisierbar ist, legen Fotografien Zeugnis über das Spektakel ab. Einmal auch notdürftig mit Kaugummi befestigt und mit Götterspeise rot gefärbt.

In dieser Ausstellung wird man seinen Kater von letzter Nacht ganz bestimmt los. Mit etwas Glück kann man sogar einem Hausschwein dabei zusehen, wie es ein Stück Weide abrasiert.

 

Jeden Sonntag empfehlen wir euch an dieser Stelle als wirksame Medizin gegen den Kater von letzter Nacht: KonterKunst. Gegen die Nachwirkungen einer Nacht mit voll aufgedrehter Musik, aufgedrehten und vor allem vollen Gestalten hilft ein Tag im Bett mit Aspirin. Der Kater geht, das schlechte Gewissen wertvolle Zeit vergeudet zu haben, bleibt. Ein viel besseres Mittel finden wir deshalb: Kunst. Stille, ein kühler, fast leerer Raum. Und Kunst.


(Bilder in diesem Artikel © Haus der Kunst)

 

„Ends of the Earth“

Haus der Kunst

Noch bis 20.01.2013
Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro
Öffnungszeiten: Mo – So, 10:00 – 20:00 Uhr


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