Ein Interview mit Dan Grassler

15.05.2012 · Interview, Musik
Moritz Butschek


Über Umwege fand der Wahlmünchner Dan Grassler, der bisher schon mit fast jeder Musikrichtung sympathisiert hat, zum Produzieren eigener Tracks und ist bei treibenden House-Beats und eingängigen Edits gelandet. Beim „Rave Autonomica Open Air“ gab er als einziger Münchner Act auf dem Main Floor neben Sascha Braemer, Niconé oder Catz´N´Dogz sein Live Set zum Besten.
Wir hatten den Newcomer im Gespräch über seinen musikalischen Werdegang.

Wie kam es dazu, dass du dich mit Musik Auflegen und Produzieren beschäftigt hast?
Ich könnte jetzt mit so einem typischen Text anfangen wie: ich war schon immer musikalisch interessiert und habe als kleines Kind schon Geige und Blockflöte gespielt… Aber Nein!
Ich war einfach ein Musikmitläufer, mal dies, mal das, nichts Besonderes. Irgendwann kam der Hip Hop Hype, dann ein bisschen Rock, die Indie Rock Atomic Zeit bis zu dem Tag an, als ich 2006 Hausverbot im Atomic Café bekommen habe. Währenddessen waren meine ganzen Freunde immer in der Registratur unterwegs, also bin ich dann da auch mit. Am Anfang war es noch sehr ungewohnt und komisch für mich, doch irgendwann hat´s dann ‚klick‘ gemacht. Ab dem Zeitpunkt war ich dann fast jedes Wochenende in der Regi. Nach und nach bin ich dann immer tiefer in die ganze Techno Sache reingerutscht, in andere Clubs, andere Städte, bis ich mir dachte: ‚Das mit dem Auflegen und Mixen will ich auch ausprobieren‘ und habe angefangen ein bisschen mit CDs aufzulegen. Etwas später hab ich mir auch DJ Software runtergezogen und ein halbes Jahr damit rumgespielt, allerdings hat mir die ganze Sache nicht so zugesagt. Zeitgleich habe ich von Ableton Live gehört. Das Programm in dem ein ganzes Musikstudio steckt. Wenige Tage später hab ich meinen Kumpel Marco Siegel angerufen, der schon seit Ewigkeiten Musik macht und hab ihn gefragt ob er mir das beibringen kann. Von ihm habe ich mir dann die ersten Grundkenntnisse abgeschaut, ein paar Samples bekommen und ein Anfängerbuch. Ab da an habe ich einfach jede freie Minute reingesteckt. Nach und nach habe ich Stuff dazu gekauft – Midikeyboard, anständige Soundkarte, Hardware usw. Die Ergebnisse wurden immer besser. Mit der Zeit habe ich auch mehr Erfahrung gesammelt und das Grundgerüst elektronischer Musik verstanden.
Mittlerweile bin ich schon echt tief in das Ganze eingetaucht – Der Spaß ist aber immer noch derselbe geblieben. Es ist einfach verdammt cool, dass man sich irgendwelche Sachen im Kopf ausdenken kann und die dann in Musik umsetzt und dank Facebook und Soundcloud in der ganzen Welt rumschickt. Verrückt!

Bei Veranstaltungen, auf denen du spielst gibst du gerne dein wunderbares Live-Set zum besten. Welcher Auftritt ist dir dabei bisher am positivsten in Erinnerung geblieben?
Wichtig ist mir vor allem das die Leute mein Set postiv in Erinnerung behalten. Wenn sie tanzen und glücklich sind bin ich zufrieden!

Woher nimmst du deine Ideen und was inspiriert dich Musik zu machen?
Ideen habe ich eigentlich immer und überall. Wenn mir irgendwas Geiles einfällt schreibe ich es auch auf oder merke es mir. Dann fahre ich heim, setze mich vor den PC und fange an damit etwas zu basteln oder gleich in meine Live Sets einzubauen. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Ich lasse mich auch gerne von anderen Künstlern inspirieren. Das muss auch gar nicht House oder Techno sein. Vor einem Jahr hab ich ziemlich viel Dubstep gehört. Da wurde mein Sound allgemein roher und aggressiver. Zur Zeit hör ich viel Hip Hop und bin ruhiger geworden. Deswegen ist mein Sound nun auch langsamer, chilliger und treibender.
Es kommt immer darauf an wie ich mich gerade fühle – so klingt dann auch meine Musik!

Drei deiner Tracks heißen „Freitag“, „Samstag“ und „Sonntag“. Wo trifft man dich an einem typischen Wochenende in München an und was empfiehlst du Nicht-Müchnern für ein Wochenende hier?
An einem typischen Wochende trifft man mich spät nachts, besoffen und zerstreut in irgendeinem Club in den sie mich noch reinlassen. Für Nichtmünchner würde ich die Klassiker empfehlen! Isar, Biergarten und Currywurst am Hauptbahnhof.

Auf welche zukünftigen Projekte von dir können wir uns freuen?
Wenn alles klappt werde ich dieses Jahr noch eine kleine feine EP releasen, mit dem Herren Rhode von Rhode & Brown musikalisch rummachen, die Welt retten und ganz nebenbei ein paar coole Gigs spielen.

Dein letzter Satz?
Maxi Schauer macht die schönsten und besten Cover der Welt!
 


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2 Kommentare

  1. Bobble sagt:

    Sehr sympathisch 🙂